Artur Marek Wójtowicz

Meine Texte

Thema: verstehen - verändern (2 Fastensonntag B)

Lesung: Apg 9, 1 - 9 oder Röm 8, 31b - 34

Evangelium: Mk. 9, 2 - 10

Einführung

Die Fastenzeit, das ist die Zeit für unsere Besinnung und Umkehr. In der heutigen Lesung hören wir das Zeugnis vom hl. Paulus, dass Gott für uns da ist. Es ist wichtig zu wissen, dass Gott uns beisteht und hilft. Bleiben wir ihm darum treu und vertrauen wir ihm und er hilft uns bestimmt.

Predigt

Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit er Anhänger des neuen Weges, Männer und Frauen, wenn er sie dort fände, gefesselt nach Jerusalem führe.

Vor Damaskus traf der hl. Paulus Christus, oder besser Christus traf ihn. Das war eine besondere Begegnung. Dort ging Paulus auf, dass Jesus Gottes Sohn ist. Die Römer und Griechen hatten viele Götter. Der hl. Paulus war römischer Bürger.Also kannte er wohl die römische Kultur und Religion. Von seiner Herkunft aber war er Jude, ein fanatischer sogar. So war er überzeugt: Es gibt nur einen Gott, einen Gott für uns alle, für die Römer, Griechen und Juden. Dieser Gott hat sich ihm in Jesus Christus auf wunderbare Weise offenbart.

Die Bibel ist ein wunderbares Buch, wo wir verschiedene Gestalten finden können. Wenn ich sie lese, frage ich mich manchmal, ob nicht unser ganzes Leben ein Spielplatz ist, ein Theater? Welche Rolle spiele ich ich? Wer bin ich?

Der blinde Paulus vor Damaskus?

Oder der schon bekehrte hl. Paulus?

Ein Römer, der diesen Brief vom hl. Paulus bekam?

Oder ein skeptischer Pharisäer?

Es ist keine Kunst, die heutige Lesung zu hören. Kunst ist, vor dem Spiegel zu stehen und sich selbst zu fragen: "Wer bin ich?"

Vor Jahren sagte jemand, dass unser Leben für Gott wie ein Replay ist. Er kennt uns, er weiss was vorher war und was kommt wird. Jemand anderer sagte, dass die ganze Welt ein Theater sei mit nur einem Zuschauer - Gott. Gott und wir, wir und Gott.

Die Fastenzeit ist die Zeit danach zu fragen Wie stehe ich zu Gott?

"Verstehen und verändern" das ist das Thema für die Fastenzeit 2003.Gott gab sich vor Damaskus Paulus zu verstehen und dann hat er sich verändert. Aus dem Saulus ist Paulus geworden. Im heutigen Evangelium hat sich Jesus den Aposteln offenbart, damit sie ihn verstehen auf seinen Tod und seine Auferstehung hin.

Ich wäre froh, wenn uns der hl. Paulus in dieser Fastenzeit begleiten könnte. Wir können nicht Christen sein, aber Christus und seine Lehre nicht verstehen. Gott will uns helfen, ihn zu verstehen. Darum hat Er uns Jesus gesandt, seinen Sohn. Dieser sagt: Wer mich kennt kennt den Vater. Es bleibt nur die Frage ob wir auch bei Ihm bleiben würden.

Gott liebt uns, ja das ist wahr, aber kann er uns auch probiert. Wie reagiere ich, wenn Gott mich erfahren will?

Ein Mensch starb und kam in den Himmel. Dort traf er Gott und sprach mit ihm. Gott zeigte diesem Mensch sein ganzes Leben, das wie eine Wüste war. Dieser Mensch entdeckte Spuren im Sand. Am Anfang sah er zwei Spuren nebeneinander, aber in der Not mit der Zeit gab es nur noch eine. Und dann sagte dieser Mensch zu Gott: " Siehst du, als ich noch jung war hast du mich begleitet, aber mit der Zeit begleitetest du mich nicht mehr. Siehst du, da ist nur noch eine Spur. Wo warst du damals, Gott?" Er schaute Gott nervös an. "Weisst du", antwortete Gott, " Warum hier nur eine Spur ist? Als du es schwer hattest, habe ich dich auf meinen Händen getragen. Deshalb siehst du dort nur eine Spur."

Die Worte des hl. Ambrosius passen gut zum heutigen Evangelium. Sie stärken uns in dieser Zeit, in der das Böse mächtig ist:

"Der Herr, der eure Sünden weggenommen und eure Verfehlungen vergeben hat, ist imstande, euch vor den Listen des Teufels, der gegen euch kämpft, zu schützen und zu behüten, damit der Feind, der gewohnt ist, Sünde zu erzeugen, euch nicht überrasche. Wer sich Gott anvertraut, fürchtet den Teufel nicht. Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?(Rom. 8, 31)

Fürbitte

Lasst uns beten zu Gott, dem Vater, der allen seinen Geist gibt, die ihn darum bitten:

1) Bewahre deine Kirche in der Lehre der Apostel, erfülle die Bischöfe mit den Gaben des Heiligen Geistes.

2) Stärke die Einheit deiner Kirche, festige in den Gemeinden das Band der Liebe.

3) Gib, dass deine Gläubigen den alten Menschen ablegen. Lass sie den neuen Menschen anziehen in Gerechtigkeit und Heiligkeit.

4) Vergib allen ihre Sünden, die sich zu dir bekehren; um Christi willen tilge ihre Schuld.

5) Nimm unsere Verstorbenen auf in deinen Frieden. Gib ihnen die ewige Ruhe.

Um das alles bitten wir durch deinen Sohn und unseren Herrn Jesus Christus unseren Herrn. Amen

15. 03. 2003 Pflegeheim Josefshaus, Riethüsli SG

16. 03. 2003 Riethüsli SG