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Lesung: Mal. 1, 14b - 2, b. 8 - 10
Evangelium: Mt. 23, 1 - 12
Wir Menschen sind heute gewohnt, Äusserlichkeiten zu hinterfragen. Echtheit ist uns etwas Kostbares geworden. Jesus hat uns die Einheit von Wort und Tat schlechthin vorgelebt. Und er möchte, dass in unserem Tun Götliches ganz menschlich aufscheint. Gelegenheit, dies umzusetzen, gibt es sicherlich mehr als genügend. Grüssen wir ihn in unserer Mitte und sagen wir ihm, dass wir seiner Hilfe und seinem Segen trauen:
Ich habe das heutige Evangelium gelesen. Am Anfang dachte ich, dass diese Worte nicht für gewönliche Leute sind sondern nur für Priester, Pastoralassistenten und Katecheten. Dann kamen mir folgende Gedanken. Das heutige Evangelium kann man auf zwei verschiedene Gruppen von Menschen auf teilen. Priester aber auch Laien können für sich etwas finden.
"... tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun ...". Das sind wirklich wichtige Worte. Es ist kann sein, dass ein Pfarrer in einer Pfarrei wie ein angesehen ist. Er ist wirklich gut, angenehm und liebevoll. Und plötzlich muss er in eine neue Pfarrei wechseln. Die Leute aus der alten Pfarrei vermissen ihn. Oder, wenn ein Priester z. B. zurücktreten möchte, weil er nicht weiter Priester bleiben kann. Die Leute denken oft an ihren Priester. Sie fragen sich, ob er seine Worte ehrlich meint und diese wahr sind. Sehr oft sind wir dann weniger mit dem Glauben oder der Kirchenlehre verbunden, als mit dem Priester, einer bestimmten Person. Wenn diese Person weg ist, verliert die Pfarrei ihre Identität. Sollen wir uns mehr an den Glauben halten oder an die Personen? Es gibt verschiedene Personen,die ihre Fehler haben können aber der Glaube bezieht sich auf Gott und hält sich an ihn.
Darum ist der nächste Satz wichtig: "...denn nur einer ist euer Meister..." Wir hören sehr oft dass diese oder jene Person ein Spezialist sei. Der eine ist gut, aber der zweite ist noch besser. Jeder will ein Spezialist sein. Ist das nicht zu stolz? Ich meine, dass das heutige Evangelium eine wunderbare Schule der Demut ist. Der echte Spezialist sagt nie, dass er Spezialist ist. Er ist demütig. Es geht ihm nicht um sich, sondern um die Sache Gottes.
Das heutige Evangelium ist eine Demutstunde für uns alle.. Wir müssen miteinander versuchen, demütig zu sein.
Die Mutter von Stefan Kardinal Wyszyñski sagte immer: "...Du bist so lange ein guter Priester, so lange Du gut betest ..." und ein Philosoph sagte einmal: "...Niemand weiss, wie schön ein Mensch ist, wenn er nur ein Mensch wird ...". Manchmal tun wir uns schwer nur uns selber zu sein.
Wir sollen Menschen werden, auf welche Gott wartet. Also meine lieben Mitchristen:
"...Als wir geboren wurden, freuten sich alle Bekannten darüber, nur wir weinten. Wir sollen so leben, dass am Ende unserer Tage unsere Bekannten weinen und wir froh auf unser gut gelebtes Leben zurückblicken können ..."
Gepriesen sei Gott, der Vater, der uns durch Christus den Heiligen Geist gesandt hat. Zu ihm lasst uns beten:
1. Schenke deiner Kirche die Gaben des Heiligen Geistes, mach sie inmitten der Welt zu einem Zeichen des neuen Lebens.
2. Bewahre die Völker vor Angst und Verzweiflung, schenke der Welt Frieden und Sicherheit.
3. Gib den Kranken und Leidenden (körperlich aber auch seelisch) Kraft und Glaube an deine Barmherzigkeit.
4. Gib allen Abhängiger, Atheisten und allen aus unserer Pfarrei die sinnlos im Leben sehen eine neue Hoffnung.
5. Gib uns neuer Glaube, Hoffnung und Liebe
2. 11. 2002 Pflegeheim St. Otmar in St. Gallen, St. Otmar in St. Gallen.
3. 11. 2002 St. Otmar - St. Gallen (2 mal)