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Als ich noch im Seminar war, sprach ich sehr oft mit den verschiedenen Vertretern verschiedener Sekten. Sehr oft brachten sie als Hauptargument gegen die katholische Kirche die Inquisition.Jetzt versuchen wir, ein bisschen genauer auf jene Zeit zu schauen. Da war doch das dunkelste Frühmittelalter und da die fröhliche Renaissance.
Inquisition — das war doch die Zeit, als die Hexen auf Scheiterhaufen verbrannt wurden. Das war die Zeit, als die Päpste und die Bevölkerung alle Häretiker und Oppositionellen ver brennen liessen. Das war die Zeit, als die irren Dominikaner ihre neuen Opfer suchten. Das sagen heute die verschiedenen Sekten, aber wie war es wirklich?
Am Anfang können wir über „die brennenden Haufen” nachdenken. Es ist wahr, dass 1197 diese Strafe von Peter aus Aragon eingeführt und 1224 von Friedrich II. akzeptiert wurde. Aber man muss wissen, dass in der Rennaissance mehr Scheiterhaufen (z. B. Giordano Bruno) entzündet wurden als im Frühmittelalter. Der große Inquisitor konnte nur über die Häresier entscheiden. Er konnte niemanden verurteilen. Die Strafe durfte nur ein Richter des zivilen Gesetzes aussprechen, Hexen aber wurden sehr selten verurteilt. Die strengste Strafe, die der große Inquisitor verhängen konnte, war das Gefängnis. Der italienische Historiker Ludwig Firpo behauptete: „Vor dem Tribunal waren mehr Kriminelle als Häretiker. Also hatten die Tribunale die Bevölkerung vor Kriminellen geschützt. Hier kann man ein Beispiel zeigen: Henrik aus Böhmen wurde 1429 wegen Satanismus verurteilt.
1163 erstellte man auf dem Konzil in Tours eine Liste mit den Strafen. Diese war gültig für das nächste Jahhundert. Dazu muss man sagen, dass es wahr ist, dass die Prozesse dumm waren, aber man muss auch erwähnen, dass die Ketzer frei gelassen wurden, wenn sie vor dem Volk mea culpa sagten.
In welchem Land gibt es heute die gleiche Prozedur? Wenn jemand seinen Fehler zugibt, wird er frei gelassen? Hier stellt man ein Kuriosum fest: früher musste man den Fehler zugeben, heute muss man ihn absitzen. Die Inquisition hatte niemandem wegen seiner Nationalität oder Rasse verfolgt, aber wegen der Ideologie, und heute?
Das Frühmittelalter kann man nicht mit der heutigen Zeit vergleichen. Diese Leute dachten ganz anders als heute. Wir können nicht die Geschehnisse im Frühmittelalter mit Heutigem vergleichen.
Die nächste Frage, die Historiker stellen:”Wie viele Opfer wurden verbrannt?” Natürlich sagen verschiedene Sekten Millionen, aber das ist nicht wahr. Es ist schwierig, diese Frage heute genau zu beantworten, aber viele Quellen geben die Zahl mit etwa 100. 000 an.
Tja — sagen manche Leute — es ist nicht so wichtig, wie hoch die Zahl ist, jedoch die Tatsache, dass dies die katholische Kirche machte. Es ist auch wahr, aber persönlich bin ich der Meinung, dass man zuerst auf die eigenen Hände schauen sollte und dann auf andere. Die Politiker sagen, dass die katholische Kirche Menschen ermordet habe. Sie vergessen dabei, dass in der Kolonialzeit viel mehr Indianer und Afrikaner
durch die Aristokratie ermordet wurden. Die Protestanten vergeßen auch, dass sie viele Katholiken getötet hatten.Es war doch Calvin, der erlaubte, den Arzt Servet zu verbrennen. Oder z. B. Pastor Matthew, der die Erlaubnis gab, im Jahr 1692 in Salem neun mutmassliche Hexen zu verbrennen.
Hat die die protestantische Kirche nicht das Gesetz der Liebe oder nicht? Aber vielleicht sprechen die Protestanten nicht gerne über diese Themen?
Wenn wir aufmerksam auf das XVI.. und das XVII. Jahrhundert schauen, merken wir, dass es auch Schuld bei den Protestanten gibt.
Zum Schluss möchte ich nur, meiner persönlichen Meinung nach, sagen, dass die Inquisition kein Argument ist für die Degradation des Frühmittelalters oder der Renaissance. Der heutige Mensch hat noch viel schmutzigere Hände als die damaligen Leute.