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Der polnische Schriftsteller Jan Kochanowski schrieb in der Renaissancezeit einmal:
"...Wie ein kleiner Ölbaum am hohen Stamm,
Auf Mutters Spuren noch ganz klamm,
Noch keinen Zweig, kein Blättchen trägt,
So wächst der zarte Halm unentwegt ...".
Es zeigt, wie der Ölbaum im Frühling erblüht und seine Blüten dem Licht entgegen streckt. Wenn wir zum Fenster hinaus schauen, bemerken auch wir den Frühling. Aber, ob wir diesen Frühling auch in unserem Herzen spüren? Die blühenden Bäume und die Sonne bereiten uns Freude. Das ist alles dort draussen. Und wie ist es in unserem Inneren?
Weiter schreibt dieser Schriftsteller:
"...Ich lebte mein Leben bescheiden, schlicht.
Viele Menschen kannten mich nicht,
Feindschaft, Hass und blanker Neid
Taten mir kein einziges Leid ...".
Ich meine, dass dieses Rezept auch für unser Leben passen könnte. Wir müssen nicht nur nach Karriere, Ansehen oder Geld suchen, sondern suchen wir in unserem Leben und in anderen Menschen Gott. Dann finden wir den echten Frühling in unserem Herzen. Das wünsche ich allen von Herzen, wie mir selbst auch.
Am Ende meines Praktikums will ich mich von Ihnen verabschieden.
Das Praktikum in der Pfarrei St. Otmar war für mich eine Glaubensbegegnung mit den Leuten, die mir viel geholfen haben. Vielen Dank fur die herzliche Aufnahme, die ich nicht vergessen werde.
Editorial - Pfarrei Forum für Bistum St. Gallen, 7 Juni - 27 Juni