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Lesung: Ex 24, 3 - 8
Evangelium: Mk 14, 12 - 16. 22 - 26
Das Fest Fronleichnam zeigt uns das Geheimnis der Eucharistie. Jeden Sonntag erleben wir das Brechen des Brotes. Jeden Sonntag sehen wir, wie der Priester uns an das letzte Abendmahl erinnert. Um dieses Geheimnis verstehen zu können brauchen wir den Glauben und um den wollen wir heute Gott bitten.
Vor einem Jahr fand in der Westschweiz die EXPO statt. Ein Beweis für das, was Menschen schaffen können. In jedem Geschäft hörte man, wie die Leute darüber redeten und einander fragten: Warst du schon an der EXPO? Wahnsinn. Technik, Wissenschaft, Möglichkeiten. Unser Stolz war gross. Das XXI. Jahrhundert als Beweis, welche Macht die Menschen haben. All das zeigte uns diese Ausstellung.
Damals sprach ich mit einem Menschen und ich sagte, dass diese Ausstellungen wie der Babelturm seien. Sie zeigen uns was die Menschen machen können. Sie schreien. Schau mal Welt was wir machen können!!!
Was wir machen können. Und wo, in unserer Welt, ist Gott?
Wir glauben an neue Techniken, neue Wissenschaften und an das Geld. Wir denken manchmal, dass das alles ist was wir brauchen. Wir denken, dass wir mit Technik und Geld wie Gott werden können.
Aber hier gibt es einen Unterschied: Wir sind schwach, aber Gott ist Kraft. Er ist nie schwach. Er ist machtvoll. Plötzlich kann uns eine Krankheit befallen. Krebs, eine Lähmung und dann merken wir, dass keine Technik, kein Geld uns helfen kann. Wir möchten wie Gott werden, aber sehr oft haben wir zu wenig Glauben, fast keine Hoffnung und nicht viel Liebe.
Das heutige Fest ist auch eine EXPO. Aber eine Expo von Gott. Am Fest Fronleichnam will Gott sich uns zeigen. Er will uns auch seine Liebe zeigen. Das heisst, dass er sich um uns kümmert sich, bei uns steht und wir für ihn wirklich wichtig sind.Wir sehen wirklich oft die Kommunion in der Christus ist. Das ist nicht nur gesegnetes Brot, das ist etwas mehr. Das alles aber können wir mit den Augen des Glaubens sehen.
Für die heutigen Menschen ist es wirklich schwierig vor dem heiligen Sakrament das Knie zu beugen. Es ist interessant, dass wir Königen, Präsidenten oder anderen wichtigen Personen die Hochachtung geben.
Vor Jahren verbrachten viele Menschen und Mönche viel Zeit beim Gebet vor dem heiligen Sakrament. Das war die Zeit, als die Leute sich besinnen konnten. Eine Reflexion ihres Leben. Gott zeigt uns an seiner Expo, dass er uns jeden Tag stärken will. Er will uns zeigen, dass wenn wir Probleme haben, wir zu ihm gehen können. Er wartet auf uns und will uns helfen.
Das Fest Fronleichnam zeigt uns auch das Eucharistiegeheimnis - Geheimnis des Glaubens. Einmal sprach ich mit einem Schweizer Seelsorger darüber, dass die Menschen sagen: wir verstehen die tägliche Eucharistie nicht. Dieser Priester antwortete wirklich einfach aber klug: Wie sollen die jungen Leute das Brechen des Brotes verstehen, wenn sie das nie zu Hause sehen? Sie erleben wirklich selten, dass die ganze Familie zusammen isst. Einfach, aber wirklich klug.
Das heutige Fest ist so etwas wie das Familienfest in der Kirche.
Das Geheimnis von Fronleichnam verstünde man nicht, wenn es nur ein leeres Ritual bliebe. Wenn es so wäre, vergessen wir wirklich schnell das Geheimnis vom heiligen Brot. Die Eucharistie ist der Tisch, an dem die Kirche immer neue Kraft schöpft. Eine Kraft die sie nicht selber macht sonder von Gott geschenkt ist. Bitten wir Gott, dass wir seine Expo, die Eucharistie immer besser verstehen und sie unser Leben prägt.
Vom Buch von der Sakristei.
21. 06. 2003 Pflegeheim St. Otmar, Pfarrei St. Otmar SG
22. 06. 2003 Pfarrei St. Otmar (2)