Artur Marek Wójtowicz

Meine Texte

Die Ideen des hl. Vinzenz Pallotti

An einem Bett knien Menschen. Ein Priester liegt im Sterben und spricht leise seine letzten Worte. Die Worten sind wie ein Testament. Er möchte vielleicht für sein Werk einen guten Leiter finden. Jemanden, der es aufbauen kann. Der Priester sagt leise: „Unsere Gemeinschaft wird florieren...“ Am 22. Januar 1850 starb der hl. Vinzenz Pallotti. Ein Mensch, der der Welt sein Werk hinterliess, die Apostolische Vereinigung. Sein Charisma war für alle offen. Er wollte allen zeigen, dass das Apostolat eine Kraft in der Welt war, das einen Riesen aufwecken konnte. Ein Riese, also die Laien.

Heute würde man sagen, dass das kein Novum sei, weil wir alle die lebendige Kirche sind. Vor drei Jahren kam ich in die Schweiz und schon damals hörte ich, dass nicht die Hierarchie sondern das Volk die Kirche gestaltete.

Als der hl. Vinzenz Pallotti durch die römischen Strassen ging, sagten die Leute: „Da geht ein Heiliger“. Obwohl damals in Rom die Regierung gegen den Papst war, blieben die Menschen beim Glauben. Mit dem Glauben konnten sie ihre Probleme lösen. Heute sagt man, dass ein Apostel ein Mensch sei, der gesandt wurde. Diese Theorie ist schön, aber manchmal frage ich mich, ob das Apostolat nur das ist oder ob es vielleicht nicht mehr die Liebe der Menschen ist um ihnen Unterstützung zu geben. Apostel sind Zeugen. Die Zeugen der Gottesbarmherzigkeit. Die Zeugen des wichtigsten Gebotes. Im XXI. Jahrhundert versuchen die Medien in uns die Liebe zu anderen zu töten.

Einmal las ich im Buch vom Pater Danko, dass das Apostolat eine Berufung aller Christen sei, weil alle Christen Zeugen werden sollten. Niemand ist Christ nur für sich selbst. Ein Christ ist Zeuge von Jesus Christus.

Seit zwei Jahren bin ich Katechet in der Schweiz. Meine Unterrichtsstunden besuchen katholische aber auch protestantische Kinder. Einmal kam eine Mutter zu mir und sagte, weil ich die Katechesen ökumenisch leitete, würde sie mir ihre Tochter gern in den Unterricht schicken. Nur katholische Katechesen würde sie nicht wollen. Manchmal meine ich, dass die katholischen Kinder durch die ökumenischen Katechesen mehr protestantisch geworden sind. Der Toleranz wegen soll ich nicht zu viel über Dogmen, Marienverehrung und Sakramente sagen weil diese Themen für die anderen Kinder nicht aktuell sind. Ich bekam aber keine ökumenische Taufe von einem ökumenischen Priester und ich lebe nicht in einer ökumenischen Kirche. Ich fragte diese Frau ob ich Zeuge eines ökumenischen Glaubens werden oder Zeuge der katholischen Kirche bleiben soll. Sie gab mir keine Antwort, aber ihre Tochter besucht immer meine Katechesen, obwohl ich meine Stunden katholisch gestalte.

Apostel zu werden heisst Zeuge zu werden. Ich denke, dass auch der hl. Vinzenz Pallotti in den letzten Minuten seines Lebens diesen Gedanken hatte. Wenn wir nur Menschen wären, die für die anderen da wären, würden wir seine Worte verstehen. Wenn wir nur Liebe schenken würden, deckten wir auch den wahren Sinn Seiner Worte auf.

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