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Lesung: Jes 60, 1 - 6
Evangelium: Mt 2, 1 - 12
Die drei Könige kommen nach Betlehem und fanden Jesus. Sie sahen ihn und gaben ihm ihre Geschenke. Bitten wir Gott in der heutigen Eucharistie um das Glaubensauge, damit wir in Gottes Wort, der Kommunion und in anderen Menschen auch Gott treffen können. Bitten wir um den wahren Glauben, um Hoffnung und Liebe für uns und unsere Familien.
Die katholische Tradition nennt das Fest vom 6. Januar: Drei Könige oder drei Weisen. Während vieler Jahrhunderten waren diese Könige bekannt und geachtet. In Köln in Deutschland wurden diese drei zu Patronen der Kathedrale ernannt. Das ist nur eine der Pfarrkirche in der Welt mit diesen Patronen. Aber heute möchte ich nicht über diese drei Personen reden. Ich möchte lieber etwas über die Augen sagen. Aber das ist keine Predigt für Augenärzte, das ist eine Predigt für uns.
Die drei Könige kamen aus Ägypten, Indien und Griechenland; so erzählt es die Geschichte. Sie kamen und gaben Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe. Sie kamen, weil sie den Stern gesehen hatten. Dann schauten sie in Betlehem "den neugeborenen König der Juden" an. Sie sahen ihn. Die Überlieferung nennt dieses Fest nicht "Fest der Weisen" sondern "Erscheinung des Herrn". Ich meine, dass dieser Titel zutreffender ist.
Gott ist nicht nur diesen drei Personen erschienen. In diesem Stall waren auch Bauern und Tiere. Gott ist allen Menschen und Tieren, also der ganzen Welt erschienen.
Die Könige sahen nur ein kleines Kind. Sie dachten vielleicht, dass sie ein Palast mit einem König treffen. Und sie haben ein Stall mit einem armen Kind getroffen. Und sie waren nicht erschroken... Niemand sagte, dass dieses Kind Gott sei. Aber trotzdem beugten diese Könige sofort das Knie. Sie hatten das Glaubensauge. Gott war ihnen in diesem Kind, seinem Sohn erschienen.
Jetzt stellen wir uns ein paar Fragen. Wir nennen dieses Fest gerne "drei Könige". Na ja: Gold, Weihrauch, Myrrhe, alles mit dem Pomp. Wir sehen diese Dinge gerne. Aber ist es nicht so, dass wir unsere Augen vornehmlich auf das richten, was uns gefällt? Wir haben die Begabung, das andere auszublenden. In unserem Leben treffen wir viele Menschen. Wir treffen reiche aber auch arme. Wir treffen sorglose aber auch die, welche Probleme haben. Gerne machen wir einen Bogen um sie herum. Vielleicht denken wir: " Jeder Mensch hat seine Probleme. Nach meinen Problemen fragt auch niemand. Weshalb sollte ich andere danach fragen? Oder vielleicht fragen wir andere Menschen nach ihren Sorgen und dann... sind wir zufrieden, weil jemand schlimmere hat als wir. Das ist unsere Welt. Das sind unsere menschlichen Augen. Sie richten sich auf das, was ihnen gefällt.
Und jetzt kommt auch die nächste Sache: Gold, Weihrauch und Myrrhe erfreuen unsere Augen. Gold ein Symbol für Reichtum, Weihrauch für den Wohlgeruch und Myrrhe für Königtum. Dies alles gaben sie Christus in Bethlehem. Sie gaben es dem Kind mit Maria und Josef. Und was bringen wir vor Gott? Unsere Fröhlichkeit oder nur unsere Klagen?
Als der Hl. Augustinus im IV. Jahrhundert in Hyppo war und die Vandalen diese Stadt zerstören wollten, klagten die Leute. Der Hl. Augustinus sagte zu ihnen: "Ihr klagt über die Zeiten aber die Zeiten sind wir. Werden wir besser und die Zeiten werden es auch.
Gott gib uns die echten Augen, die Augen des Glaubens um die Probleme der Menschen zu sehen. Gib uns den Verstand, Lösungen zu finden. Gib uns die Herzen diese Menschen zu lieben.
Lasst uns beten zu unserem Herrn Jesus Christus, der heute der Welt erschienen ist:
1. Als die Weisen dich fanden, war ihre Freude übergross, gib dass deine Kirche dich heute auf der ganzen Erde voll Freude preist.
2. Durch den Stern hast du die Weisen auf ihrem Weg geführt, führe alle zu dir, die dich suchen.
3. Durch das Licht deines Sternes hast du die Weisen nach Betlehem geführt, gib dein Licht allen, die keinen Sinn im Leben sehen
4. Gib den Kranken und Leidenden mit der Hoffnung (körperlich aber auch seelisch) Kraft und Glaube an deine Barmherzigkeit
5. Dein Licht ist heute der Welt erschienen, lass es unseren Toten für immer leuchten.
Um das alles bitten wir durch deinem Sohn und unserem Herr Jesus Christus. Amen
4. 01. 2003 Pflegeheim St. Otmar SG, St. Otmar SG
5. 01. 2003 St. Otmar