Artur Marek Wójtowicz

Meine Texte

Thema: der freie Wille (Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria)

Lesung: Gen. 3, 9 - 15. 20

Evangelium: Lk 1, 26 - 38

"Die verbotenen Früchte schmecken am besten "

Die Lesung aus dem 1. Buch Moses berichtet über das, was wir Erbsünde nennen. Ich hatte in Polen eine Katechese in der Oberstufe über dieses Thema - damals fragte ich die Schüler, wie sie die Erbsünde sähen.Vielleicht war das eine schwierige Frage für so junge Leute. Aber ich bekam viele Antworten. Ein Junge sagte:

Ja, diese Frage nach dem Verständnis dieser Erzählung stellt sich jedem von uns. Kaum ein anderes Bild aus der Bibel ist den Menschen so vertraut wie dasjenige von der Vertreibung aus dem Paradies. Viele Künstler haben es dargestellt im Laufe der Geschichte. Viele Figuren, Stickereien oder Gemälde zeigen dieses erste Paar im Paradies, die Schlange und den Apfel. Aber der Bericht in der Bibel ist keine Reportage und die Bilder sind keine Fotografien. Der biblische Schriftsteller spricht da auch über uns, über mich und dich. Erbsünde meint, dass wir alle eingebunden sind in den Hang zum Bösen, dass wir alle immer wieder in die Entscheidung gerufen sind zwischen gut und bös. Sicher, wir waren nicht im Paradies. Aber wir alle kennen diese Erfahrung, dass Menschen einander wie Adam und Eva die Schuld zuschieben, einander zum Sündenbock machen, sich darum bemühen, die eigene Weste weiß zu erhalten. Adam gibt der Eva die Schuld und die Eva der Schlange. Aber frei wird dadurch weder er noch sie.

Ja, es ist nicht immer einfach, sich schuldig zu bekennen, zuzugeben, etwas schlecht gemacht zuhaben, ohne wie Macchiavelli irgendwo ein Opfer zu suchen. Aber da kommt noch etwas dazu, ich meine die frohe Botschaft des heutigen Evangeliums. Genau so wie zu Maria kommt zu uns ein Gottesbote. Vielleicht merken wir es oft nicht, weil wir so beschäftigt sind, dass wir niemanden sehen wollen. Ein polnischer Schriftsteller sagte:

"... stärker als im Gespräch spricht Gott im Stillen. Wenn alle ruhig wären, würde man ihn sofort hören ..."

Und was will er uns sagen? Dass er uns nahe kommt in seinem Sohn "Emmanuel" - Gott mit uns. Maria sagt für uns alle das "ja". Die Kirchenväter nennen sie die neue Eva, weil Gott mich annimmt auch in meiner Schuld, in der Menschwerdung Jesu Christi. Darum kann ich auch zu meiner Schuld stehen - dies Feiern wir vor Weihnachten im gemeinsamen Empfang des Bußsakramentes.

Die beiden Lesungen handeln von Gehorsam und freiem Willen. Wir können auch Gott auf jede Frage mit Ja oder Nein antworten.Er gab uns den freien Willen; wir können entscheiden. Aber Er gab uns auch den Verstand, um die Entscheide fällen zu können. Lernen wir von Maria Gehorsam, Frömmigkeit und Liebe. Bitten wir Sie um ihre Hilfe:

"... Maria briet den Mantel aus, mach Schirm und Schild für uns daraus ..."


7.12.2002 - Riethüsli, St. Josef Pflegeheim

8.12.2002 - Riethüsli.


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