Artur Marek Wójtowicz

Meine Texte

Thema: die leeren Hände (Gottesdienst für die Mutter)

Lesung: Röm 8; 24 - 27

Evangelium: Mt 5, 1 - 1 - 12a

Predigt

"Ich steh vor dir mit den leeren Händen"

Ein Mensch steht vor dem Anderen und bittet ihn um etwas. Was willst du von mir?- sagt der andere. Na ja OK, ich mache das für dich, aber was bekomme ich dafür? Das muss doch, ein vorteilhaftes Geschäft sein.

In einem Pflegeheim sitzt auch eine alte Frau und wartet auf jemanden, sie kann dieser kommenden Person nichts geben, aber sie will nur mit jemandem über ihre Probleme sprechen. Sie braucht jemanden. Oder nächstes Beispiel: Ein Junge kommt zu einer Sparkasse, um ein Kredit zu bekommen. Aber er kann keine Garantie dafür geben. Mensch, ohne Garantie, kannst du vergessen, wie das Geld aussieht.

Das ist unsere Welt, die haben wir vielleicht auch so gemacht. Wenn jemand leere Hände hat, bedeutet das, dass er nichts hat. Aber ist es wirklich so? Vielleicht hat dieser Mensch wirklich kein Geld, aber trotzdem ist er begabt und hat doch seine Talente. Die leeren Hände sind geheimnisvoll. Ein Pianist oder ein Künstler hat vielleicht auch nicht viel, aber eines bestimmt, seine Begabung. Er braucht seine leeren Hände, um künstlerisch tätig zu sein.

"Selig die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich"(Mt. 5, 3)

Also wenn wir mit den leeren Händen zu Gott kommen wollen, sind wir auch wirklich arm. Was bedeutet das für uns? Wir kommen zu Gott, weil wir uns die Kraft fehlt, mit unseren Schwierigkeiten zu kämpfen. Wir sind schwach, aber trotz allem kommen wir zu Gott. Wir können ihm auch keine Garantie geben, dass wir später besser werden. Aber trotz dem kommen wir und rufen zu ihm ehrlich und redlich: "Herr hilf uns, wir sind nur Menschen, die arme Herzen, haben". Und er erwartet auf uns jeden Tag und kann unsere leeren Hände füllen.

Bald kommt Advent. Die Zeit für die Vorbereitung und Erwartung. Nutzen wir diese Zeit wirklich gut aus. Obwohl haben wir leere Hände, geben wir Anderen das, was wir haben: unsere Liebe, die Freude, die Zeit. Sehen wir in unserem Nachbarn auch einen Menschen. Dann wird Gott bestimmt bei uns stehen. Wir sind nur sündige Menschen, aber auch Menschen, die Gottes Liebe zeigen können.

"Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das sollt auch ihr ihnen tun" (Mt. 7, 12)

19. 11. 2002 Pfarrei St. Otmar in St. Gallen


zurück


© A.Bajon@ux.com.pl