Artur Marek Wójtowicz

Meine Texte

Ein Gespräch mit der Moderatorin Anna Bajon im Radio CCM in Gliwice (Gleiwitz)

Moderatorin: Ich möchte Artur Marek Wójtowicz in unserem Studio recht herzlich willkommen heißen. Grüezi.

Ich: Grüezi

Moderatorin: Ich habe dich als Spezialist eingeladen. In einer Minute sage ich in welchem Fach du Spezialist bist und werde dich fragen, warum ich dich so nennen kann. Die „Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage„ ist eine Gemeinschaft, die wir oft unterwegs treffen. Auch hier in Schlesien in Gleiwitz sehen wir die jungen Männer mit den schwarzen Plaketten auf der Brust. Das sind die Vertreter der mormonischen Kirche. Warum kann ich dich Spezialist der mormonischen Theologie nennen?

Ich: Ich meine darum, weil ich die erste Person bin, die in Polen eine Diplomarbeit über die Mormonen gemacht hat. So viel ich weiss, hat bis heute niemand an den theologischen Fakultäten in Polen über diese Kirche geschrieben.

Moderatorin: o. k.. Ich weiß auch, dass du dein Buch einem Verlag übergeben hast.

Ich: Ja, genau. Dieses Buch werden die Jesuiten in Kraków (Krakau) im August 2003 drucken.

* * *

Moderatorin: Sag mir, woher diese Idee kam?

Ich: Schon lange gibt es bei meinen Bekannten viele Personen aus verschiedenen Konfessionen. Von den protestantischen Kirchen aber auch aus den verschiedenen Gemeinschaften. Während eines Gespräches (als ich bei Warszawa wohnte) kam die Rede auf die mormonische Kapelle im Stadtteil Wola. Meine Bekannten sagten oft, dass diese Sekte nicht gerne über ihre Ziele und Gedanken reden würde. Sie wussten nicht, was die Mormonen den Polen geben wollten. Dann dachte ich, dass ich in diese Kapelle gehen und diese Leute fragen könnte.

Moderatorin: Ich verstehe. Wie entstand dein erster Kontakt mit den Mormonen?

Ich: Mein erster Kontakt mit den Mormonen erinnert mich an einen speziellen Tag. Ich bin nicht mehr sicher ob es Samstag oder Sonntag war. Ich ging in diese Kapelle und traf zwei Personen. Mit diesen sprach ich über die Idee und die Ziele. Nach dem ersten Gespräch bekam ich das Buch der Mormonen. Das bekommt jeder, weil es das Fundament für weitere Gespräche ist. Sie sagen immer, dass sie genauso an die Bibel als auch an das Mormonenbuch glauben. Aber sie sagen das immer nur am Anfang.

Moderatorin: Ich verstehe. In einer Minute kommen wir nochmals zu diesem Thema. Aber sag mir nur: „Woher kommen die Mormonen?„

Ich: Die Mormonen sind im XIX. Jahrhundert gegründet worden. Das war ein Ergebnis der „Entdeckungen„ in den USA (1830 — 80). Dieses Jahrhundert war sehr dynamisch, voller neuer Techniken. Es gab eine ökonomische Eruption. Aber das war auch das Jahrhundert, als die Leute eine Identitätskrise hatten und Lebenssinn suchten. Sie hatten Angst, dass die Technik grösser und wichtiger werden würde als die Menschen. Es waren Entdeckungsjahre. Die Leute suchten aber andere Werte. Viele Theologen nennen die dreissiger Jahren im XIX. Jahrhundert — den „amerikanischen Messianimus„. Damals wurden die Zeugen Jehovas gegründet, viele adventistische Kirchen und Gemeinden und auch die mormonische Kirche.

* * *

Moderatorin: Sind die Mormonen eine Sekte?

Ich: Ich meine, dass man hier erst das Wort Sekte definieren sollte. Viele Zeitungen und Bücher geben uns die verschiedensten Definitionen für: „Was ist eine Sekte? Wie können wir eine Sekte erkennen? usw.„ Ich habe meine private Theorie, aber die gilt nur für mich. Ich meine, dass sich der Ökumen im XXI. Jahrhundert oft so zeigt: „Die Kirchen sagen, dass verschiedene Glauben zur Erlösung führen.„ Die Sekte sagt etwas anderes: „Nur wir erlösen einen Menschen und nur unser Glaube führt zu Gott„. Die Sekte ist immer geschlossen. Sie toleriert Ökumenismus nie. Ein gibt keinen Dialog. Entweder akzeptierst du diese Doktrin oder du lehnst sie ab.

Moderatorin: Und wie ist das mit den Mormonen?

Ich: Ich möchte zuerst etwas anderes sagen. Ich überlege seit langem, ob die Mormonen eine Sekte sind oder ein Bewegung. Jetzt kommt es auf die nächste Frage an, ob wir New Age eine Sekte nennen können? Oder ist das ein Bewegung?

Moderatorin: Das ist ein bisschen eine weite Definition, nicht wahr? New Age.

Ich: Bestimmt.

Moderatorin: Sag mir, welche Ziele die Mormonen haben.

Ich: Wenn jemand mit den Mormonen spricht, hört er bestimmt, dass sie nur über die Religion reden wollen. Aber ich meine, dass es hier um etwas anderes geht. Ich sprach viel mit Mormonen in Polen, Deutschland und in der Schweiz. Sie behandeln den Glauben nicht ernsthaft.

Moderatorin: Aber um was geht es dann? An was denkst du jetzt?

Ich: Ich meine, dass es hier um Einfluss auf die Ökonomie, die Politik und auch auf die Medien geht.

Moderatorin: Können aus Sicht der Mormonen die Katholiken oder die Evangelischen erlöst werden?

Ich: Für die Mormonen — Nein.

Moderatorin: Niemand kann erlöst werden ausser den Mormonen? Aus Sicht der Mormonen natürlich, ja?

Ich: Ja. Beim ersten Gespräch sagen die Mormonen , dass sie ökumenisch seien, aber wir wissen auch, dass schon im ersten Buch Nefi (das Buch Mormon) geschrieben steht, dass die Katholiken verdammt sind.

Moderatorin: Ich verstehe. Sag mir wie sich die Mormonen in der Welt entwickelten. Ich frage, weil wir sie hier in Gliwice (Gleiwitz) sehr oft sehen.

Ich: Das ist eine interessante Frage. Ich sehe das so. Jede Konfession braucht Nachwuchs. Also mehr Gläubige entweder von Geburt weg oder durch die Missionen. Das ist logisch. Am Anfang wählten die Mormonen den ersten Teil dieser Definition. Deshalb führte das zur Polygamie. Je mehr Kinder, desto mehr Gläubige und desto schneller konnte man die USA evangelisieren. Aber nach dem Dekret am Ende des XIX. Jahrhunderts begannen die Mormonen zu missionieren. Hier kann ich etwas Amüsantes einfügen. Die Mormonen wollten China bekehren. Das ist logisch, weil in China ein Viertel der ganzen Menschheit lebt. Aber die Mormonen merkten zu spät, dass die Wörter Mor — mon (sie übersetzen das als „die grössere Güte„) in der chinesischen Sprache bedeuten: „die Tore der Hölle„. Nach dieser Werbung wollte sich kein Chinese zur Kirche bekehren, die mit der Hölle verwandt ist.

Moderatorin: Vielleicht war das Pech, aber schauen wir weiter.

* * *

Moderatorin: Diese Thema musste ja kommen. Jetzt sprechen wir über die Polygamie. Wie ist das mit den Mormonen. Leben Sie in Polygamie oder nicht?

Ich: Am Ende des XIX. Jahrhunderts erliess der mormonische Präsident ein Dekret. Ich zitiere daraus: „Wenn es ein Land gibt, dass die Polygamie ermöglicht, ist sie erlaubt. Wenn es ein Verbot gibt, ist sie verboten.„ Warum klingt es so? Das Land Utah wollte zu den Vereinigten Staaten von Amerika gehören. Der zweite Präsident der Mormonen, Young, (er hatte 23 Frauen) sagte, dass Utah ohne Polygamie nicht zu den USA gehören wollte. 20 Jahre später erliess ein anderer Präsident dieses Dekret. Aufgrund dieser Situation ging die Hälfte der Mormonen nach Mexiko. Und jetzt meine Antwort auf diese Frage: „¾ aller Länder in Afrika und die arabischen Länder erlauben die Polygamie. Wenn ein Mormone dort wohnt, hat er keine Mühe damit. Aber es ist auch wahr, dass jeder dritte Mormone in Utah mehr als eine Frau hat.

Moderatorin: Ich denke, je mehr man in der Geschichte zurückgeht, desto anders war es. Wie viele Frauen hatte der Gründer?

Ich: Letzte Woche las ich im Internet einen Artikel über Smith. Dort war auch seine ganze Frauenliste publiziert. Das Problem ist hier nur , dass manche legal und andere illegal waren.

Moderatorin: Aber wie viele etwa?

Ich: 48 bestimmt.

Moderatorin: Du sagtest mir früher, dass es ein konkretes Gesetz für die Polygamie gibt.

Ich: Die Polygamie hatte Smith vom Islam übernommen. Also, zwischen den Frauen herrscht Gleichheit. Jede Frau muss gleich viel Geld bekommen, aber auch gleich viel Zeit. Wenn ein Mann zwei Frauen heiraten will, muss er beiden Frauen gleich viel Zeit widmen. Wenn jemand sieben Frauen hat, erhält jede Frau einen Tag pro Woche.

Moderatorin: Das ist heute nicht so einfach, wenn die Männer oft keine Zeit für eine einzige Frau haben. Wie sieht das in Europa aus?

Ich: Polygamie? In Europa ist sie verboten. Aber ich antworte auf diese Frage mit einer Gegenfrage: „Welcher Unterschied besteht zwischen der Polygamie und dem Konkubinat?„ (wenn jemand eine Frau hat und eine Konkubine dazu und der andere zwei Frauen)

Moderatorin: Das ist wahr. Es ist nur aus rechtlicher Seite verschieden.

Ich: Ja. Aber wenn es um die Polygamie geht, sieht eine Sache sehr interessant aus. Die wichtigste Frau ist immer die erste Frau. Wenn jemand eine zweite haben möchte, muss er die erste um Erlaubnis bitten. Bei der dritten Frau muss er auch die erste fragen. Die erste Frau ist die wichtigste. Die nächste Sache. Diese Strukturen sind in Ordnung so lange dieser Mann lebt.Wie sieht das aber nach seinem Tod aus? 50 % der Güter bekommt die erste Frau und die anderen 50 % bekommen alle anderen Frauen.Wenn Smith 48 Frauen hatte, dann...

Moderatorin: Ich verstehe, das ist wirklich kompliziert, somit bleibt nicht sehr viel Geld für die anderen Frauen.

Ich: Die nächste Sache, wenn ein Mann in der mormonischen Familie lebt, sind die Frauen bei ihm. Wenn er stirbt verlieren die Frauen den gemeinsamen Bezugspunkt.

* * *

Moderatorin: Über die Mormonen hast du ein Buch geschrieben, aber ich habe eine Frage, warum? Warum schreibst du ein Buch über die Mormonen aber nicht für die Mormonen?

Ich: In Polen kann man viele Bücher über verschiedene Sekten lesen. Da ist z. B. ein Buch über zehn Sekten. Im letzten Jahr entdeckte ich nur ein Buch über die Mormonen. In Polen gibt es viele Bücher über die Zeugen Jehovas. Sie sind in Polen bekannt. Aber die Mormonen bleiben in Polen ein Geheimnis. Deshalb wollte ich die wahren Ziele und Ideen der mormonischen Kirche zeigen.

Moderatorin: Ich verstehe. Über die mormonische Lehre sprechen wir später. Aber jetzt habe ich noch eine Frage über die Polygamie. Ein Mormone kann also mehr als eine Frau haben und eine Mormonin kann viele Männer haben?

Ich: Die mormonische Mariologie sagt, dass nur eine Frau dieses Privileg hatte. Das war die Heilige Gottesmutter. Sie hatte zwei Männer: Gott Vater und der Hl. Josef. Das ist die ganze mormonische Mariologie. Ausser Maria kann keine Frau mehr als einen Mann haben.

* * *

Moderatorin: Woher kommt diese Wissenschaft über die Polygamie? Was sagt die Doktrin dazu? Also zum Thema: Gott und Polygamie.

Ich:. Die Probleme mit der Monogamie hatte schon der Gründer der Mormonen , Josef Smith. Und das war schon ein Anfang für die Polygamie. Mit der Zeit verband Smith seine Praktik mit der Theorie. Dann sagte er, dass Gott auch mehr als eine Frau habe.

Moderatorin: Wie ist das möglich?

Ich: Vorher sagte ich über Maria und die Polygamie, dass Maria zwei Männer gehabt hätte.

Moderatorin: Gott und der Hl. Josef.

Ich: Ja. Gott und der Hl. Josef. Später sagte Young, dass Eva im Paradies auch eine Frau Gottes gewesen wäre. Also war das Paradies ein Gotteshaus. Wenn jemand in dieser Doktrin eine Logik suchen würde, hätte er Probleme. Die mormonische Doktrin ist nicht konsequent.

Moderatorin: Das ist wirklich kompliziert. Aber wenn wir in dieser Richtung weiter gehen wollen... Maria hatte zwei Männer, Gott Vater zwei Frauen, und wie war das mit Jesus Christus?

Ich: Orson Pratt war überzeugt, dass Jesus drei Frauen hatte: Maria, Martha und Maria Magdalena. Dann sagte er, dass Jesus mit diesen Frauen in Kana in Galiläa war.

Moderatorin: Jesus war dort mit seinen Freunden.

Ich: Jesus war dort mit den Freunden, aber Orson Pratt behauptete, dass Jesus in Kana seine Hochzeit feierte.

Moderatorin: Soll ich das so verstehen, dass Jesus den Wein für seine eigene Hochzeit vergessen haben soll?

Ich: Ich sagte schon, dass wir keine Logik in dieser Theologie suchen sollten.

Moderatorin: Ich will nicht zu bohrende Fragen stellen. Aber wir haben über zwei göttliche Personen gesprochen. Aber wie war das mit dem Heiligen Geist?

Ich: Hier haben wir eine interessante Situation. Ein Mormone vom „Quorum der Zwölf„, James Talmage schrieb „Glaubensartikel„. Talmage schrieb, dass der Heilige Geist kein Geist wäre, sondern Materie.

Moderatorin: Geist? Materie?

Ich: Ja. Talmage entwickelte die Theorie, dass der Heilige Geist Materie ist. Im „Glaubensartikel„ schrieb er eine Legende. Ich denke, dass nur er diese Legende kannte und niemand sonst sie hörte. Niemand fand je Beweise für diese Geschichte. Also Talmage sagte, dass zu einem Bischof von Chiapa (Mexiko) drei Personen gekommen wären und behauptet hätten, sie wären der Dreifaltige Gott.

Moderatorin: Ich verstehe einiges, aber ab und zu verstehe ich nichts. Ich verstehe, was du sagtest, aber ich verstehe die mormonische Doktrin nicht. Sind die Mormonen Christen?

Ich: Bestimmt nicht.

Moderatorin: Aber sie glauben an Jesus Christus?

Ich: Der erste Glaubensartikel sagt: „Wir glauben an Gott, den ewigen Vater, an seinen Sohn (Mittler) und an den Heiligen Geist„. Aber hier ich frage mich...

Moderatorin: Sagten sie, wer dieser Mittler war?

Ich: Hier gibt es ein Problem. Die Mormonen sagen, dass das Jesus Christus ist. Aber wenn jemand näher schaut, merkt er bestimmt, dass der mormonische Gott zwei Söhne hatte: Jesus Christus und seinen Bruder Luzifer.

Moderatorin: Tja ... das berührt mich merkwürdig.

* * *

Moderatorin: Woher hattest du das Material für dieses Buch? Woher stammen die Quellen?

Ich: Ich sage nur, dass das nicht so einfach war. Mein grösstes Problem liegt darin, dass ich die englische Sprache nicht kann. Alle mormonischen Bücher erschienen nur in englisch. Ich kann deutsch. Mein Vorteil war, dass hier in Europa viele Mormonen in deutschsprachigen Ländern leben. Einiges Material hatte ich auf spanisch. Dieses übersetzte mir eine Bekannte aus Mexiko.

Moderatorin: Und was für persönliche Kontakte konntest du knüpfen?

Ich: Die persönlichen Kontakte hatte ich , als ich noch in Polen war...

Moderatorin: Ich frage das nur, weil du ja jetzt in der Schweiz arbeitest.

Ich: Ja, jetzt wohne und arbeite ich in der Schweiz. Vor zwei Jahren ging ich regelmässig in die mormonische Kapelle in Warszawa (Warschau). Eines Tages traf ich auch den Präsidenten der Mormonen von Ost-Europa. Das war eine interessante Person. Er hatte Probleme mit der polnischen Sprache und da ich kein englisch spreche, erklärte ich ihm, dass ich aber deutsch könne. Doch welcher Amerikaner spricht deutsch? Zu meiner Überraschung antwortete er plötzlich, dass er schon viele Jahre in der Schweiz lebe und deshalb deutsch besser als polnisch spreche. Das war ein angenehmes Gespräch mit diesem Mormonen. Zum Schluss sagte er: "Wenn du irgendwelche Probleme hast, kannst du vorbeikommen. Ich gebe meine Erlaubnis, dir alles Material der Mitbrüder zu geben." Nett oder nur diplomatische Worte? Er konnte nicht wissen, dass ich in zwei Jahren kommen würde, um diese Material zu erhalten.

Moderatorin: Ich weiss, dass das nicht so einfach ist. Sie geben keine Bücher an ungetaufte Personen.

Ich: Für alle ist nur das Buch Mormon. Aber fast niemand liest es durch. Weil es nicht konsequent ist. Nach der Taufe bekommt man die Doktrin. Aber was muss man machen um die Taufe zu bekommen. Früher benötigte man sieben Gespräche um diese Prospekte zu bekommen. Diese Prospekte bekam ich sofort. Ich traf in Warszawa (Warschau) in dieser Kapelle einen Mormonen. Ich bat ihn um die Bücher für die Adepten vor der Taufe. Normalerweise bekommt ein Adept diese Prospekte nicht sofort. Aber ich sagte, dass ich nicht aus Warszawa (Warschau) wäre und mich später taufen liesse, wenn mich diese Prospekte überzeugten. Und er gab sie mir. Es war schwieriger, die Doktrin zu bekommen. Die Doktrin ist wie eine Beilage zum Mormonenbuch.

Ich war sehr oft in Warszawa (Warschau). Deshalb ging ich nun zum Missionshaus an der Nowy Swiat - Str. Weil ich dort viele Personen traf, begann ich die gleiche Diskussion. Sie argumentierten, dass ich jetzt schon zu lange unsicher wäre und es jetzt Zeit sei, mich zu bekehren. Wieder sprach ich über die Unterschiede zwischen der Bibel und dem Buch der Mormonen. Als Hauptargumente erwähnten Sie Zitate aus "Doctrine and Convenants". Als ich das hörte, bat ich um dieses Buch. Als Antwort bekam ich zu hören, dass dieses Buch nur für die Mormonen wäre und nicht für ungetaufte Personen. Darauf fragte ich diesen Mann, ob er die Bibel läse. Nach seiner positiven Antwort sagte ich: " Das ist ungerecht. Du liest beide Bücher und ich nur die Bibel." "Alter" Lawrence sagte mir: "Du kannst in die Kapelle gehen. Wenn Du das Buch dort bekommst, habe ich nichts dagegen." " Also schickst du mich dorthin?", fragte ich. "Ja", antwortete er. Ich ging aus diesem Haus in die Nacht hinaus. Ich fuhr zu dieser Kapelle und überlegte, wie ich das Buch bekommen konnte. Ich war doch kein Mormone ohne mormonische Taufe. Aber ich war getauft. Ich musste nur nicht sagen in welcher Kirche. Ich konnte doch sagen, dass ich in der guten Kirche getauft wurde. Im Flur traf ich einen eiligen Mormonen. Er gab mir seine Hand und sagte "grüezi". Ich grüsste ihn auch und sagte: "Alter" Lawrence schickt mich, um " Doctrine and Convenants" zu bekommen. " Einen Moment bitte", sagte er. Dann kam er schnell zurück und zeigte mir ein Exemplar. Während einer Sekunde war er unsicher und fragte: " Moment, bist du getauft worden?" "Ja, ich bin und du nicht?" antwortete ich. Jetzt war er sicher und gab mir dieses Buch. " Natürlich bin ich getauft worden. Er fragte ja nicht in welcher Kirche, aber das ist sein Problem", dachte ich zum Schluss.

Moderatorin: Also war das eine List.

* * *

Moderatorin: Die Mormonen und Gott, der Schöpfer?

Ich: Ich möchte gleich antworten. Vorher erwähnte ich, dass die Mormonen sagen , dass sie an den Dreifaltigen Gott glaubten. Die Doktrin sagt aber, dass der Dreifaltigen Gott hat die Welt erschaffen. Aber in der mormonischen Theologie haben sie diese Welt nicht geschaffen sondern geordnet.

Moderatorin: Also wie war es ursprünglich?

Ich: Das ist das Problem! Sie antworten auf diese Frage nicht.

Moderatorin: Also wissen sie sie nicht?

Ich: Sie sagen, dass sie nicht darüber nachgedacht hätten.

Moderatorin: Ich verstehe. Und nun die nächste Frage: Gott, der Erlöser?

Ich: Die ganze Christologie ist bei den Mormonen ganz anders als bei den Katholiken. Sie sagen. dass es Christus immer gab. Am Anfang war Er eine menschliche Frucht. Dann wurde Er in Adam zur Person. Diese Theorie übernahm Smith von den Adventisten und Zeugen Jehovas. Weiter sagen die Mormonen, dass Jesus im Paradies als Adam gestorben sei und nach dem Tod zu einem Geist wurde. Die Mormonen sagen, dass Gott Vater einen „grossen Rat„ einsetzte, um einen grossen „Erlösungsplan„ zu entwerfen. Die Mormonen sagen, dass Gott Vater zwei Söhne hatte: Jesus und Luzifer. Er gab die Erlösungsfunktion an Christus. Das wiederum war für Luzifer der Moment des Verrates.

Moderatorin: Also gibt es auch die Angelogie?

Ich: Ja und die Präexistenz auch.

Moderatorin: Das sind schwierige Themen. Erklär mir folgendes:„ Jesus Christus ist als Adam gestorben und war dann ein Geist. Also als Christus am Kreuz starb wurde er ein Geist oder ist er als Geist auferstanden?

Ich: Wenn Christus als Adam gestorben wäre, wäre er noch einmal geboren. Dann hätten wir eine Reinkarnation.

Moderatorin: Glauben die Mormonen an die Reinkarnation?

Ich: Zu diesem Thema sagen sie nichts. Die Mormonen sagen etwas anderes. Christus starb und dann war er während dieser drei Tage im Sarg. Die Mormonen sagen, dass er in den USA war. Danach gründete er die neue Kirche.

Moderatorin: War Christus bei der Himmelfahrt für die Mormonen Mensch oder Geist?

Ich: Ein Mensch.

Moderatorin: Also sagen die Mormonen, dass Jesus Mensch und Gott gleichzeitig ist?

Ich: Ja. Aber hier gibt es noch ein weiteres Problem. Für die Mormonen wird jeder Mensch ein Gott — Mensch.

* * *

Moderatorin: Also, jetzt bin ich völlig verwirrt und deshalb möchte ich einiges klären. Sagtest du eben, dass für die Mormonen jeder Mensch wie Gott ist, genauso wie New Age dies sagt? Kannst du mir das näher erläutern?

Ich: Die Mormonen sagen, dass jeder von uns eine Präexistenz hat.

Moderatorin: Gleich wie in der jüdischen Lehre, nicht wahr?

Ich: Ja. Aber es ist auch interessant, dass die Juden im XIX. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten in New York, Boston usw. waren. Und die nächste jüdische Gemeinde zwischen Atlantik und Utah war in Salt Lake City. Von dort bis zum Pazifik gab es keine jüdische Gemeinde. Das ist um so interessanter, weil Juden in Utah lebten, wo eigentlich nur die Mormonen sein sollten.

Moderatorin: Also suggerierst du, dass die Mormonen und die Juden miteinander verbunden sind?

Ich: Ich suggeriere nicht. Ich denke nur laut.

Moderatorin: Wie ist das? Der Mensch ist ein Gott für die Mormonen?

Ich: Für die Mormonen „ja„. Für die Mormonen ist auch die Präexistenz real. Jetzt kann natürlich jeder fragen, warum man seine Präexistenz nicht sehen kann. Die Mormonen sagen, dass das wegen der Erbsünde sei. Nach der Erbsünde vergassen wir unsere Präexistenz. Die Mormonen sagen, dass es zwei Welten gibt, die irdische und die geistliche. Gott schuf alles geistige und dann alles materielle. Also war der Mensch am Anfang Geist geworden und dann erhielt er den Körper.

Moderatorin: Und wie sieht das nach dem Tod aus?

Ich: Nach dem Tod stellt sich die Frage nach der Seele. Wenn wir an die Eschatologie denken wollen. Der Mensch geht entweder in den Himmel oder zur Hölle, sagen die Mormonen. Sie sagen auch, dass es nicht nur die Hölle und den Himmel gibt sondern mehrere Welten. Wohin kann wer gehen? Hier taucht wieder das Problem mit der Polygamie auf. Smith sagte: „Je mehr Frauen ich habe, desto heiliger bin ich„. Zu Smith's Zeiten konnten nur die Monogamisten oder die bösen Leute zur Hölle gehen. Aber die Mormonen sagen auch, dass Jesus und Luzifer Brüder seien. Sie sagen auch, dass die Hölle zu Apokatastasis werden kann.

Moderatorin: Sag mir nur eines. Ist bei den Mormonen der Mensch nach dem Tod ein Geist oder ein Geist mit Körper?.

Ich: Ein Geist wie Christus nach der Auferstehung.

Moderatorin: Das ist eine Gnosis. Die Welt auf der Erde und der Himmel und die Grenze dazwischen...

Ich: Der Mormonismus ist noch komplizierter geworden. Sie sagen, dass Gott Vater, sein Sohn und der Heilige Geist auch Menschen waren. Der Unterschied zwischen Gott und uns ist, dass sie früher begannen Gott zu werden als wir. Sie lehren, was der Himmel ist. Sie sagen, dass der Himmel der Kosmos ist. Der Mensch müsste nur neue Planeten bevölkern. Young sagte, dass Gott auf dem Planet Colob wohnt usw.

* * *

Moderatorin: Ich möchte jetzt unser Gespräch zusammenfassen. Sind die Mormonen eine Kirche?

Ich: Ich sage, sie sind eine Bewegung.

Moderatorin: Sind die Mormonen Christen?

Ich: Bestimmt nicht.

Moderatorin: Haben die Mormonen Polygamie?

Ich: Für die Mormonen ist das kein Problem. Das ist nur ein Problem für den Staat. Als Beweis für die Polygamie bei den Mormonen kann ich den letzten Prozess von Tom Green erwähnen.

Moderatorin: Ist die Mormonische Wissenschaft logisch?

Ich: Sie ist nur ein Synkretismus.

Moderatorin: Also haben sie auch andere Ziele, nicht nur den Glauben.

Ich: Ja. Die Wirtschaft, die Medien, die Politik. Nur während der Carter - Amtsperiode war kein Mormone Minister geworden. Sonst waren die Mormonen immer in der US—Regierung vertreten.

Moderatorin: Ich verstehe. Das war unsere Zusammenfassung. Vielen Dank.

Ich: Danke.


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