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Seit acht Jahren faszinieren mich die Ideen des hl. Vinzenz Pallotti. Ein Mensch, der demütig und barmherzig war. Der Apostel des XIX. Jahrhundert. Seit langem überlege ich, was die Wörter Vertrauen und Ewigkeit, die ich in seinen Schriften las, wohl für ihn bedeuteten.
Als ich noch studierte, fragte mein Freund einen Professor: Was muss man machen um heilig zu werden? Dieser alte Mensch antwortete: Man muss nur Mensch werden. Ein normaler Mensch, der ohne Wut, Geld oder Eifersucht durch das Leben geht. Soll man nur ein normaler Mensch sein. Ein Mensch, der mit den Anderen und mit Gott spricht. Wenn jemand mit Menschen sprechen kann, kann er auch mit Gott sprechen. Weil niemand gleichzeitig Gott lieben aber andere hassen kann. In jedem Menschen kann man auch Gott sehen. In seinen Gesten, Worten könnte man die Liebe Gottes sehen. Diese kann man sehen aber man kann sie auch zeigen.
Ich meine, dass der hl. Vinzenz uns das sehr realistisch zeigte. Er sah in den Anderen das Bild Gottes.
Gott zu vertrauen bedeutet etwas anderes als einem Menschen zu vertrauen. Den Menschen können wir kontrollieren. Wir können erkennen, ob er zuverlässig ist oder nicht. Und Gott? Wir kennen seine Pläne nicht und manchmal denken wir, dass er sehr weit weg ist.
Ewigkeit oder anders ausgedrückt: unendlich. Können wir Gott immer vertrauen? Glauben, dass er uns trotz aller Schwierigkeiten führen und erlösen will? Manchmal hatte ich Probleme daran zu glauben. Diese Vertrauensblockade zu überwinden ist wirklich schwierig. Genau wie Abraham alles stehen liess und sich ins Ungewisse begab. Oder wie Mose, der Gott gegen den Willen des Volkes verteidigte. Auch wie dieser blinde Mensch im Evangelium, der Christus kam, obwohl im die Menge daran hinder wollte.
Vielleicht würde jemand einwenden, dass diese Theorie ja wirklich schön, es aber von der Theorie bis zur Praxis noch weit wäre. Im XXI. Jahrhundert regierte das Geld und die Politik. Ohne Garantie oder Vitamin B (Beziehung) will niemand vertrauen. Vertrauen in den Menschen ist schon schwierig aber in Gott? Heute Fragen die Leute: Wo ist Gott und wer ist er? Die heutige Welt will uns zeigen, dass Gott nicht existiert.
An Gott zu glauben und nicht auf das Geld oder auf die Politik zu schauen ist im XXI. Jahrhundert nicht leicht. Glauben, dass in jeder Situation das letzte Wort Gott gehört ist noch viel schwieriger. Das klingt wie eine Prüfung unseres Glaubens. Es ist eine, weil unser Leben eine Prüfung unserer Liebe zu Gott und unserer Liebe zu anderen Menschen ist.
Vor einem Jahr fand die EXPO 2002 statt. Überall sah man die bunten Plakate. Viele Schweizer fuhren in die welsche Schweiz um die Wunder der Technik zu sehen. In jedem Geschäft hörte man: Bisch scho a de EXPO gsi?
Einmal sagte ich, dass wir oft begeistert sind von diese Wunder, aber diese sind oberflächlich. Manchmal stehen die Wunder der Technik da wie ein Babelturm des XXI .Jahrhundert, die schreien: Schau Gott was wir machen können!!! Plötzlich kann uns eine Krankheit befallen. Krebs, eine Lähmung und dann merken wir, dass keine Technik, kein Geld uns helfen kann. Wir möchten Gott werden, aber sehr oft haben wir zu wenig Glauben, fast keine Hoffnung und nicht viel Liebe.
Die echte Hoffnung, die wir brauchen hat keine materiellen Grenzen. Wir können sie nicht kaufen oder herstellen. Sie ist eine Frucht der Liebe. Ich denke auch, dass die Quelle des Vertrauens auch die Liebe ist, also Gott selbst.
So sind die Worte des hl. Vinzenz Pallotti vor 200 Jahren auch heute noch aktuell:
Suche Gott und du findest ihn bestimmt,
Suche ihn immer und du findest ihn immer.
Wenn wir Ihn finden verstehen wir das Geheimnis des Vertrauens und der Liebe. Weil nur Er die wahre Liebe ist.