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Lesung: Apg 4, 32 - 35
Evangelium: Joh 20, 19 - 31
Vor einer Woche feierten die Christen überall auf der Erde das Fest der Auferstehung. Wenn wir die vergangene Woche Revue passieren lassen: Hat Ostern etwas in Bewegung gesetzt? Hat der Auferstandene Spuren hinterlassen, steckt er uns in den Gliedern? Gegen das Ende, auf das unser Leben zuläuft, steht die Botschaft der Auferstehung. Wie und ob sie wirksam ist in unserem Alltag – das hängt davon ab, ob wir offen sind für Aufbrüche, Durchbrüche, Umbrüche. Wenn wir uns offen halten für das Pascha – Mysterium, können wir in einen Glauben hineinwachsen, der nicht greifen, sehen und festhalten muss: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben (Joh 20, 29)
Heute hören wir, dass viele Leute sagen: Die heutige Kirche ist zu bürokratisch. Sie hat zu viele Strukturen, zu viele Paragrafen und zu wenig Liebe für die Menschen. Die Kirche ist nicht das Gebäude, wir sind es. Die Kirche hat genau so viel Liebe wie die Menschen für andere empfinden. Sie ist genauso bürokratisch wie wir, weil wir die lebendige Kirche sind.
Als ich noch studierte fragte jemand einen Professor: „Was musste man machen um heilig zu sein?“Damals gefiel mir die Antwort dieses alten Professors. Er sagte: „ Man muss nur ein Mensch werden“. Nicht mehr. Nur ein Mensch. Komisch, sagt vielleicht jemand: „Wir sind doch auch Menschen“. Also dann betrachten wir diese erste Gemeinschaft.
Und was will uns die heutigen Lesung sagen? Was bedeutet das für uns?
Die Gläubigen beharrten in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten. Alle, die gläubig geworden waren, hielten zusammen und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und teilten davon allen mit, jedem, wie er es nötig hatte. So waren diese Menschen nicht mehr Sklaven der Dinge, ohne deswegen ihre Verächter zu sein. Sie erfreuten sich einer inneren Freiheit.
Warum waren die ersten Christen anders als wir? Vermutlich darum , weil sie Christus noch trafen. Sie sahen Christus (oder seine Apostel), begegneten ihm und haben ihm geglaubt. Sie haben nicht seine Gebote korrigiert, entweder akzeptierten sie sie oder nicht.
Jeder, der Christus begegnet, muss sein Leben verändern. Das ist ein besonderer Moment und er sollte uns etwas bedeuten. Und hier können wir auch uns selbst die Frage stellen ob wir wirklich in unserem Leben Gott traffen?
Wir wurden getauft ja, das ist klar. Aber damals waren wir zu klein, um das zu verstehen. Heute kommen wir in die Kirche, heute sind wir erwachsen. Und was machen wir heute, um Christus zu begegnen?
Im heutigen Evangelium kam Jesus zu seinen Schülern. Und genauso kommt er zu uns jeden Tag, weil wir auch seine Schüler sind. Warten wir jeden Tag auf ihn? Oder vielleicht denken wir nur am Sonntag an ihn.
Laden wir ihn ein, oder denken wir vielleicht: „Wenn er kommt ist es gut, wenn nicht ist es auch nicht schlecht?“ Gott kommt jeden Tag zu uns. Vielleicht als unser Nachbar, oder als Fremder. Glauben wir an das, oder sind wir wie der hl. Thomas, der sagte: “Ich glaube aber erst muss ich sehen“. Sein Gesicht, weil ich das Gesicht meines Nachbars schon kenne.
Lasst uns beten zu Gott, dem Vater, der allen seinen Geist gibt, die ihn darum bitten:
1) Gib deiner Kirche seine Gnade damit Sie die Früchte des Glaubens sehen können.
2) Gib allen Kranken und Leidenden die Kraft um ihre Krankheit ertragen zu können.
3) Gib unseren Verstorbenen das ewige Leben.
4) Gib Deinen Segen allen Kindern die heute die erste Kommunion feiern.
Um das alles bitten wir durch deinen Sohn und unseren Herrn Jesus Christus unseren Herrn. Amen
26. 04. 2003 Pflegeheim St. Otmar, Pfarrei St. Otmar SG
27. 04. 2003 Pfarrei St. Otmar SG.