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Die Anfänge des Christentums in der heutigen Schweiz reichen noch zurück in die Zeiten der römischen Herrschaft. Überlieferungen, die erst im Mittelalter auftauchen, wollen wissen, dass im südlichen Tessin der Apostel Barnabas das Evangelium gepredigt habe. Nach Genf (Geneve) habe der hl. Petrus selber, jedenfalls einer seiner unmittelbaren Schüler den Christen den Glauben gebracht. Das Christentum kam in die Schweiz als eine Begleiterscheinung der römischen Kultur.
160 - Der erste Bischof (S. Lucius) im Bistum Chur wird ernannt.
III. Jahrhundert - die Burgunder oder Burgundionen kommen auf der Ostseeinsel Bornholm an und gelangen durch Deutschland an den Main und in die Schweiz.
340 - Der erste Bischof (Justinianus?) im Bistum Basel wird ernannt.
380 - Der erste Bischof (Theodor) im Bistum Sitten (Sion)
400 - der erste Bischof (Isaak) im Bistum Genf (Geneve) wird ernannt.
Vor dem 520 - der erste Bischof im Bistum Lausanne ( Ursinus) wird ernannt. Der Sitz ist in Vindonissa.
600 - Der erste Bischof (Gaudentius?) im Bistum Konstanz wird ernannt.
VII. Jahrhundert - das Christentum in der Schweiz bei den Alemannen (Bistümer: Basel und Konstanz). In Rätiens und der Südschweiz liessen sich die Langobarden nieder. Damals wurde auch die Stiftung für die adeligen Damen in Cazis gegründet.
VIII./IX. Jahrhundert - wurden die Klöster Reichenau, St. Gallen und Luzern gegründet.
IX. Jahrhundert - in der burgundischen Schweiz war St. Maurice (Agaunum) das bedeutendste und berühmteste Kloster.
1000 - erhob König Rudolf III. von Hochburgund (993 - 1032) die Bischöfe von Basel und von Sitten (Sion VS) zu Reichsfürsten.
1011 - der Bischof von Lausanne wird zum Reichsfürsten erhoben.
1032 - der Bischof von Genf (Geneve) zum Grafen ernannt worden.
1071 - wurde die Abtei St. Gallen gegründet und durch den Bischof von Chur geweiht (ChartSang III, Nr. 882)
In schweizerischen Teil des Bistums Basel folgte die Grenze von Basel den Rhein aufwärts und der Aare entlang bis zur Einmündung der Sigger bis Flumental, sodann folgte sie der vordersten Jurakette bis zum Bielersee und überquerte dann den Jura, ungefähr der Grenze der heutigen Kantone Bern und Neuenburg (Neuchâtel) entlang.
Das Bistum Lausanne stiess im O und N an die Bistümer Konstanz und Basel.
Das Bistum Genf (Geneve) lag grösstenteils ausserhalb der heutigen Schweiz.
Die Grenze des Bistums Sitten war das ganze Mittelalter hindurch dieselbe wie heute.
Das Bistum Chur grenzte im N an das Bistum Konstanz, umfasste den Kanton St. Gallen und Vorarlberg (ausser Bregenz) und Liechtenstein.
Der Kanton Tessin (Ticino) stand anfangs ganz unter dem Bistum Como in Italien.
1075 - Papst Gregor VII. macht Laieninvestitur: "Wer aus der Hand eines Laien ein Bistum oder ein Abtei oder sonst eine Pfründe entgegennahm, der solle als Eindringling gelten und die betreffenden Laien sollten den geistlichen Strafen verfallen".
900 - 1300 - Die Zeit von Hunderten von Klöstern. Die Zeit der Klostergründungen.
1096 - 99 - Der erste Kreuzzug. Die Ritter stammten vor allem aus der burgundischen Schweiz.
1147 - 49 - Der zweite Kreuzzug. Der hl. Bernard von Clairvaux warb Ritter in der Schweiz an. Im Winter 1146 zog er rheinaufwärts bis Konstanz und predigte in Winterthur und Zürich. Diesen Kreuzweg machten Kaiser Konrad III. und als dessen Berater auch Bischof Ortlieb von Basel mit.
1189 - Dem dritten Kreuzweg schloss sich dem Kaiser Freidrich I Barbarossa die Blüte des deutschen Adels an, auch Grafen von Kyburg, Habsburg, Neuenburg (Neuchâtel), die Herzöge von Zähringen und Burgund, sowie Bischof Heinrich von Basel. Dieser starb vor Ptolomais an der Pest.
1202 - 04 - Am vierten Kreuzzug beteiligten sich wiederum der Bischof von Basel, Lüthold, und König Andreas von Ungarn. Weiter machten die Herren von Villens, Blonay, Grandson und Ärnen, der Graf von Rapperswil und Bischof Berchtold von Lausanne mit.
1225 - die Deutschherren errichteten einen Sitz in Fräschels FR, Köniz BE, Basel, Hitzkirch, Tannenfels, Altishofen Lu.
1228 - 29 - Der fünfte Kreuzzug
1291 - die Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden gründeten die Eidgenossenschaft.
bis zum Jahr 1300 - Die Ritterorden sind in Biel BE, Zürich, Bubikon ZH, Küssnacht ZH, Wädenswil, Freiburg, Magnedens Fr, Montbrelle Fr, Basel, Biberstein AG, Klingnau AG, Leuggern AG, Rheinfelden AG, Tobel TG, Misox GR, Sottoceneri Malcantone TI, Chavornay VD, Moudou VD, Salgesch VS, Chompsiere GE.
1309 - 1376 - Kardinal Graf Robert von Genf wird nach gültiger Wahl zum Papst Klemens VII ernannt. Er residiert in Avignon.
1332 - Zur Schweizer Eidgenossenschaft gehört nun auch Luzern.
1351 - Zürich stösst zur Schweizer Eidgenossenschaft
1352 - Zur Schweizer Eidgenossenschaft gehören auch Glarus, Zug
1353 - Bern wird in die Schweizer Eidgenossenschaft aufgenommen
1409 - der Konzil in Pisa.
1431 - 1460 - In der Tessiner Leventina fanden 40 Hexenprozesse statt.
1447 - 1458 - Die Päpste Niklaus V. und Kalikst III. hatten Schweizer Söldner angeworben.
1464 - wurde die österreichische Stadt Rapperswil den 4 Ländern Uri, Schwyz, Unterwalden, und Glarus als Schirmherrschaft unterstellt.
1481 - Zur Schweizer Eidgenossenschaft gehören auch Freiburg und Solothurn.
1501 - Zur Schweizer Eidgenossenschaft gehören auch Basel - Stadt, Basel - Land und Schaffhausen.
1513 - Zur Schweizer Eidgenossenschaft stossen Appenzell Ausserhoden und Innerhoden.
6 Mai 1527 - Sacco di Roma - Spanische und deutsche Truppen Karls V. waren eine Folge des Krieges des Kaisers gegen Papst Klemens VII.
In Zürich trat der Toggenburger Ulrich Zwingli 1523 mit einem eigenständigen Reformprogramm an die Öffentlichkeit. Er wurde am 1. Januar 1484 im Toggenburg geboren. Zwingli hatte in Basel, Bern und Wien eine humanistische und theologische Bildung erhalten (1490 - 1516). Er war auch Pfarrer in Glarus und Einsiedeln (ab 1516) und schließlich in Zürich (ab 1518)
Seit 1518 - In St. Gallen propagiert Zwingli die Lehre seines Freundes, des humanistisch hochgebildeten Joachim von Watt (Vadian). Von St. Gallen aus drang die Neuerung auch nach dem Land Appenzell. Im Toggenburg und im Land Glarus machte sich vor allem der persönliche Einfluss Zwinglis geltend.
1520 - Im Sinn und Geiste Zwinglis predigt in Bern der Leutpriester am St. Vinzenz - Münster, der Humanist Berchtold Haller. Kurz nach Bern fielen auch Basel und Schaffhausen ab.
29. Januar 1523 - Disputation zwischen Zwingli und dem Rat von Zürich.
Oktober 1523 - Zweite Disputation zwischen Zwingli und dem Rat von Zürich (es wurde über die Bilder und die Messe verhandelt)
1523 - Freund und Mitschüler Zwinglis, Johann Comander (Pfarrer St. Martinskirche) macht die Reformation in Graubünden.
Dezember 1524 - wurden in Zürich die Klöster aufgehoben, am Gründonnerstag 1525 die hl. Messe abgeschafft.
1531 - im November standen sich in Kappel (Kanton Zürich) die reformierten und katholischen Truppen der Eidgenossenschaft gegenüber. In diesem Jahr führte der Fürstabt Diethelm Blarer von Wartensee die äbtische Landschaft wieder zum katholischen Bekenntnis zurück. Lediglich in den thurgauer Pfarreien mussten die Fürstäbte auch das reformierte Bekenntnis gestatten.
1533 - 50 Reformation in Tessin (Ticino), 1533 - Lugano, 1540 - Locarno, 1550 - Bellinzona.
1536 - Johan Calvin organisiert die neue Kirche in Genf (Geneve).
1545 - 1563 nach dem Konzil von Trient wurde die Gegenreformation durch eine katholische Reform ergänzt.
1553 - Calvin macht ein Prozess gegen den spanischen Arzt Michael Servet. Servet wurde als Ketzer verbrannt.
1555 - in der Grafschaft Toggenburg konnte sich die selbständige Abtei St. Johann halten
1564 - Calvin's Tod.
1570 - Karl Borromäus kam als Visitator der Eidgenossen von Einsiedeln her über das Toggenburg nach St. Gallen und von dort nach Hohenems.
1579 - Papst Gregor XIII. (1572 - 85) sandte dem ersten ständigen Nuntius Joh. Franz Bonhomini (seit 1572 Bischof von Vercelli) nach Luzern
24. Januar 1656 - . die Berner Truppen wurden bei Villmergen von den Katholiken (Luzern) in blutiger Schlacht geschlagen. Ihre Verluste waren 573 Tote, 396 Verwundete und 60 Gefangene, während die Katholiken nur 28 Tote und etwa 300 Verwundete zu beklagen hatten.
März 1656 - Der Frieden von Baden zwischen den Katholiken und Protestanten.
25 Juli 1712 - Der Krieg des Kantone Bern und Zürich gegen Luzern bei Villmergen. Die Katholiken haben verloren.
9 August 1712 - Der Friede von Aarau AG: Die Toggenburger selber wurden nun Untertanen von Zürich und Bern.
1736 - Die erste Freimaurerloge kommt nach Genf (Geneve).
1769 - gibt es schon eine Grossloge in Genf und 15 Logen in der deutschen Schweiz. Im calvinistischen Genf (Geneve) war bis zu diesem Jahr der katholischer Gottesdienst bei Todesstrafe verboten. In diesem Jahr kommen 700 flüchtige französische Priester nach Genf (Geneve).
1798 - Der Einmarsch der französischen Truppen in die Schweiz und neue politische und kirchliche Strukturen in der Schweiz. An ihre Stelle trat die Helvetische Republik. Sie war in Verwaltungsbezirke, Kantone, eingeteilt. Die äbtische Landschaft (ohne Thurgauer Gemeinden), das Toggenburg bis Wattwil, das Rheintal bis Rüthi sowie die beiden Appenzell bildeten den Kanton Säntis.
1803 - Zur Schweizer Eidgenossenschaft gehören auch St. Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin (Ticino), Waadt (Vaud).
1811 - Der adlige Damenstift wurde vom Kanton St. Gallen aufgehoben.
1815 - Kongress in Wien. Die Schweiz bleibt ein neutraler Staat. Aus katholischen savoyischen Gebietsteilen wurde der Kanton Genf (Geneve) gebildet. Zur Schweizer Eidgenossenschaft stossen Wallis, Neuenburg (Neuchâtel), Genf (Geneve).
1819 - Papst Pius VII. stellt das Bistum Genf (Geneve) wieder her.
1819 - 45 - Bistum Lausanne - Genf. Bischofstadt bleibt Freiburg.
1824 - im September wurde der Bischof von Chur, Karl Rudolf von Buol - Schauenstein, auch zum Bischof von St. Gallen ernannt und am 16. Oktober in der früheren Stiftskirche eingesetzt.
7 Mai 1828 - Papst Leo XII. errichtete durch das Bulletin "Inter pracipua" das neue Bistum Basel.
1840 - Der erste Abt - Bischof ist in St. Maurice.
1847 - Papst Pius IX gründete das Bistum St. Gallen. Am 29. Juni wurde in Chur der erste Bischof Johannes Petrus Mixer für St. Gallen geweiht
1848 - Die neue Bundesverfassung. Art. 58: "Der Orden der Jesuiten und die ihm affilierten Gesellschaften dürfen in keinem Teile der Schweiz Aufnahme finden"
1870 - 86 - Die Zeit des Kulturkampfes.
Ab 1924 - Bistum Lausanne - Geneve - Freiburg wird gegründet.
1971 - wurde das Bistum Lugano errichtet.
1979 - Der Kanton Jura wird gegründet.
1997 - Abtrennung des Fürstentums Liechtenstein vom Bistum Chur.
Die katholische Kirche in der Schweiz hat ein bisschen andere Strukturen, als andere Nationalkirchen. In Bern ist ein Nuntius, aber jedes Bistum hat ein Konkordat mit dem Vatikan abgeschlossen. Deshalb hat jedes Bistum andere Regeln bei der Bischofswahl. Im Bistum Freiburg - Lausanne - Geneve wird der Bischof direkt vom Papst nominiert. Im Bistum Basel stellen die Kantone die Kandidaten, aber der Stadtrat kann schlechte Bewerber ausschliessen. Im Bistum St. Gallen erstellt der Kanton eine Liste mit den Kandidaten, aber der Papst kann wählen. Im Bistum Chur gab es einen Bischof - Koadiuktor (Nachfolger). Der Erzbischof von Liechtenstein gehört nicht zur Schweizerischen Bischofskonferenz. Das ist jetzt nur eine rechtliche Frage: "Welches Bistum ist am wichtigsten?" Die Antwort ist klar: "Das Bistum, welches die grösste Kantonszahl hat. Also das Bistum Basel." Und wegen der Appelation muss man auf die Uhrzeigerrichtung aufpassen. Zur Bischofkonferenz gehören auch zwei Äbte: der Abt von Einsiedeln (er kann nicht Bischof werden) und der Abt von St. Maurice (er kann Bischof werden).
Beat Bühler, Referat: Kirchengeschichte im Pastoralkurs 2002/2003
Chronik der Schweiz, Chronik Verlag 1987
Theodor Schwegler OSB, Geschichte der Katholischen Kirche der Schweiz, Schlieren - Zürich 1935.